Dienstag, 29. November 2011

November: Monat der Männertage

Ein Vertreter einer Männerorganisation hat mir neulich vorgeworfen, ich als „Gender-Gewinnlerin“ (O-Ton!) würde mich nicht ausreichend um die „spezifischen Belange von Männern“ kümmern.
Dem möchte ich an dieser Stelle entschieden widersprechen und zum Zeichen meiner Männerzugewandtheit gleich einen ganzen Blogbeitrag ausschließlich über Männer schreiben. (Wobei darauf hinzuweisen wäre, dass ich noch keinen einzigen Beitrag ausschließlich über Frauen geschrieben habe, da das ja auch gar nicht mein Ansatz ist, weil ich ein eigentlich identitätskritisches Gender-Konzept vertrete - aber sei’s drum).
Also: In diesem Monat gab es gleich zwei Weltmännertage. Ich hätte es auch nicht gewusst, wenn ich nicht Anfang des Monats zufällig im Deutschlandfunk einen satirischen Beitrag zum Weltmännertag (03.11.) gehört hätte. Daraufhin habe ich auf Wikipedia nachgesehen und festgestellt, dass es auch noch den internationalen Männertag (19.11.) gibt. Hierzu heißt es: „Der internationale Männertag wird in Trinidad und Tobago, Jamaika, Australien, Indien, den Vereinigten Staaten, Singapur, Malta, Südafrika, Ungarn, Irland, Ghana, Deutschland, Österreich, Kanada und Dänemark am 19. November begangen. Unterstützung für diesen Tag ist weit verbreitet.(..) Er ist nicht zu verwechseln mit dem Weltmännertag.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_M%C3%A4nnertag). (Völlig unangemessen und grob unfair ist es übrigens, dass der Männertag den 19.11. mit dem Welttoilettentag teilen muss: http://de.wikipedia.org/wiki/Welttoilettentag.)  

Während die Themen des internationalen Männertages eher breit aufgestellt sind, geht es beim Weltmännertag vor allem um mehr Bewusstsein zu Gesundheitsfragen von Männern: In den Informationen zum Männertag ist zu lesen, dass Männer im Schnitt eine um sieben Jahre geringere Lebenserwartung als Frauen haben. (Quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Weltm%C3%A4nnertag). Aber es besteht Hoffnung, denn dieser Unterschied ist nicht angeboren (also es hängt kein „stirb-früher“ Gen am Y-Chromosom oder so) und das heißt: Männer können sich aus ihrer selbst verschuldeten Kurzlebigkeit befreien. Je nach Land gibt es hier nämlich erhebliche Schwankungen: Laut WHO haben in Russland Männer im Schnitt eine 12 Jahre geringere Lebenserwartung als Frauen. In Deutschland beträgt der Unterschied sechs Jahre und in Schweden nur vier Jahre (World Health Statistics 2010, Zahlen von 2008 http://www.who.int/whosis/whostat/EN_WHS10_Full.pdf). Ich will ja hier keine voreiligen Schlüsse ziehen, aber wenn ich Russland so mit Schweden vergleiche, steht Letzteres doch als gleichstellungspolitisches Musterländle da. Wenn ich jetzt ein paar Ursachenbündel ausblende, komme ich zu einem einfach bestechenden Ursache-Wirkungs-Zusammenhang: Männer, tut was für Eure Gesundheit indem Ihr Euch für Gleichberechtigung einsetzt! Vielleicht werdet auch Ihr eines Tages "Gender-Gewinnler". Und das sei Menschen jedes Geschlechts von Herzen gegönnt.